Alles Bio oder was? Neues EU-Bio-Logo

Käufer von Bio-Lebensmitteln kennen sie mit Sicherheit: Die verschiedenen Bio-Siegel wie das deutsche Bio-Siegel, das EU-Bio-Siegel und die Verbandssiegel von Produktionsverbänden. Ab dem 1. Juli 2012 müssen die Erzeuger von verpackten Bio-Lebensmitteln nun nachweisen, dass ihre Produkte tatsächlich den Standards der EU entsprechen. Dafür wurde bereits 2010 das EU-Bio-Siegel eingeführt, dessen Standards und Verwendung ab Sonntag Pflichtwerden.

Infos zum EU-Bio-Siegel

Zugegeben: Bei den vielen Bio-Siegeln fällt Verbrauchern der Durchblick im Supermarkt nicht immer ganz einfach. Das EU-Bio-Siegel zeigt ein Blatt aus zwölf weißen Sternen auf hellgrünem Hintergrund. Dieses Bio-Siegel gibt es bereits seit 2010 und es wird bereits in vielen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union für Bioprodukte verwendet. In Deutschland setzten viele Anbieter bislang hingegen weiter auf das deutsche Bio-Siegel zur Kennzeichnung von ökologisch erzeugten Lebensmitteln – wohl aufgrund seines höheren Bekanntheitsgrades.

Bio-Lebensmittel, die das EU-Bio-Siegel tragen, müssen zu 95 % aus ökologischem Anbau stammen. Damit sind 5 % Inhaltsstoffe aus konventionellem Anbau erlaubt. Das neue EU-Bio-Siegel gilt für verpackte Bio-Waren aus europäischer Herstellung. Für lose Waren gilt die Kennzeichnungspflicht nicht.

Die „alten“ Bio-Logos wie das deutsche Bio-Siegel und die privaten Siegel der Anbauverbände gelten weiterhin. Auf vielen Produkten werden jetzt also zwei Bio-Siegel zu sehen sein – zum Beispiel das deutsche Bio-Siegel neben dem EU-Bio-Logo.

Was sind eigentlich Bio Lebensmittel?

Bio ist heute in nahezu jedem Supermarkt präsent. Das Angebot an Bio-Lebensmitteln reicht von Gemüse wie Mohrrüben bis zu Leckereien wie Chips und Keksen mit Bio-Etikett. Handelsübliche Bio-Lebensmittel stammen aus ökologischer Landwirtschaft, die mithilfe evaluation essay der gültigen EU-Verordnung von 2007 genau definiert wird. Bio bedeutet, dass die Lebensmittel zu mindestens 95 Prozent aus Bio-Produktion bestehen. Stammen mindestens 70 Prozent der Zutaten aus ökologischem Anbau, werden diese in der Zutatenliste entsprechend ausgewiesen.

Lebensmittel aus kontrolliert biologischem Anbau tragen ein Bio-Siegel wie das deutsche, staatliche Siegel „nach EG-Öko-Verordnung“ oder/und das Siegel eines Bio-Anbauverbandes, dem der herstellende Betrieb angehört. Zu den größten Verbänden zählen Bioland und Demeter mit jeweils mehreren tausend Mitgliedern.

Der Anteil von Bio-Produkten am gesamten Lebensmittelumsatz steigt in Deutschland kontinuierlich. Am Häufigsten greifen die Verbraucher hier zu Milchprodukten, Backwaren, Gemüse und Obst aus ökologischer Landwirtschaft.

Charakteristisch für den ökologischen Landbau ist ein geschlossener Betriebskreislauf. Hierzu zählt beispielsweise die Nutzung von angebauten Pflanzen als Tierfutter oder die Düngung der Felder mit Gülle. Im Vordergrund steht die Reduzierung von Unkraut mithilfe von Methoden wie der Fruchtfolge ohne Chemie. Die Pflanzen bauen eigene Abwehrkräfte auf, wenn sie unter Anderem an bestimmten Standorten angebaut oder gezielt neben Pflanzen-Nachbarn platziert werden. Die Tierhaltung muss den natürlichen Bedürfnissen der Tiere entsprechen. Gefüttert wird unter Anderem aus eigener Erzeugung.