Liegt die Ursache hoher Cholesterinwerte liegt in der Ernährung?

Wenn der Arzt sagt, dass die Cholesterinwerte recht hoch sind, dann ist das noch nicht das Ende der Welt. Aber es könnte ein neuer Anfang werden. Vom medizinischen Standpunkt aus bedeuten hohe Cholesterinwerte, dass zu viel gesättigte Fettsäuren gegessen werden. Man findet sie vor allem in tierischen Produkten wie Fett, Fleisch, Butter, Sahne, Milchprodukten und Fertiggerichten. Aber auch pflanzliche Öle sind nicht frei davon. Im Gegenteil. Die auf dem Etikett angegebenen Werte entsprechen im besten Falle dem Status des Abfüllens in die Flasche. Aber jeder Tag Lagerung und jedes Öffnen der Ölflasche lässt die zuerst reichhaltig enthaltenen ungesättigten Fettsäuren sich schnell in gesättigte verwandeln. Hinzu kommt, dass sich ungesättigte Fettsäuren nicht zum Braten eignen. Wie also essen?

Auf gebratene Gerichte weitgehend verzichten

Am besten wäre es, in dieser Situation möglichst wenig gebratene und gegrillte Lebensmittel zu essen bzw. auf andere Garverfahren wie Dünsten und Kochen zurückzugreifen. Die allgemeine Empfehlung, möglichst fettarm zu essen, begrenzt sich also bei näherem Hinschauen ausschließlich auf die gesättigten Fettsäuren. Denn Fette braucht unser Körper jede Menge. Jede Zellteilung erfordert Fettsäuren, um die neuen Zellwände zu schaffen. Auch das Gehirn benötigt ständig Fettsäuren. Fischöl, auch in Kapselform, bzw. Fisch an sich zu essen, ist sicher nicht falsch. Aber auch in einem Fisch befinden sich viele bereits verbrauchte Fette, also gesättigte Fettsäuren, so dass auch diese Fleischvariante keine wirkliche Lösung bietet.

Ein Apfel vor dem Schlafengehen

Ernährungsberater kennen aber einen Trick, wie man Cholesterin relativ gut und sogar recht schnell wieder aus den Blutgefäßen entfernen kann. Neben viel Obst und Gemüse den ganzen Tag über raten sie zu einem Apfel oder anderen Früchten, die viel Pektin enthalten, direkt vor dem Schlafengehen. Dadurch erhöht sich nachts das Volumen des Darminhaltes und kann nun die Giftstoffe aus der Leber – die Leber beginnt gegen 4.00 Uhr wieder mit ihrer Arbeit – gut aufnehmen. Insbesondere handelt es sich dabei um die Gallenflüssigkeit. Ist der Darminhalt nur gering, wird die Galle über die Darmwände wieder resorbiert und in die Leber zurückgeführt. So aber muss sich die Leber für die neue Produktion von Gallenflüssigkeit Cholesterin aus den Blutgefäßen „besorgen“. Das senkt den Cholesterinspiegel und entgiftet das Blut nebenbei gleich mit. Zusätzlich erhöht sich erfahrungsgemäß die Schlafqualität.

Sind Omega-3-Fettsäuren wirklich gesund?

Omega-3-Fettsäuren werden heute in vielen Lebensmitteln künstlich zugesetzt. Sie gelten als gesund und sollen verschiedenen Erkrankungen vorbeugen. Nun konnten Wissenschaftler allerdings herausfinden, dass die Fettsäuren auch gegenteilige Wirkungen entfalten können, wenn sie in zu hohen Dosen oder in speziellen Situationen zugeführt werden.

Inzwischen halten Wissenschaftler die Säuren für ungesund

Omega-3-Fettsäuren sind für den Menschen lebensnotwendig. Er kann sie nicht selbst herstellen und muss sie daher durch die Nahrung zuführen. Enthalten ist die Fettsäure vor allem in fettem Seefisch sowie Walnüssen und anderen Naturprodukten. Die Säuren selbst sollen angeblich die Denkleistung verbessern, vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen sowie Depressionen dämpfen. Viele dieser Eigenschaften werden den Omega-3-Fettsäuren zwar nachgesagt – Überprüfbare wissenschaftliche Bestätigungen gibt es allerdings nicht. Einzig die positive Wirkung der Zuführung von hohen Dosen bei Herzinfarktgefährdeten konnte bisher nachgewiesen werden.
Inzwischen gibt es daher auch Stimmen, die sich für eine gesetzliche Grenze des Stoffs in Lebensmitteln aussprechen. Eine dieser Stimmen ist das Bundesinstitut für Risikobewertung, deren Aufgabe es ist, solche Gefahren zu erkennen.

Gefahren einer zu hohen Dosis

Aufgrund der hohen Dosen, die täglich von vielen Menschen konsumiert werden, steigt zunächst die Gefahr, dass die Immunabwehr geschwächt wird, wie inzwischen bewiesen ist. Zugleich kann die Gefahr von inneren Blutungen steigen. Dies ist mit der Funktion der Fettsäuren im Organismus begründet. Obwohl hohe Dosen das Überleben der Herzinfarktpatienten sichern kann, können Überdosierungen negative Folgen haben. Wie Wissenschaftler nun herausfanden, kann eine Überdosierung bei Herzpatienten das Risiko erhöhen, an einem plötzlichen Herzstillstand zu versterben.
Inzwischen gibt es auch Wissenschaftler, die die positive Wirkung von Seefisch nicht mehr den Omega-3-Fettsäuren zuschreiben. Sie glauben, dass der hohe Gehalt an Omega-3-Fettsäuren in fettem Seefisch zu diesem Irrtum führte. Viele Wissenschaftler gehen allerdings davon aus, dass die im Seefisch enthaltenen Furanfettsäuren für den Effekt verantwortlich sein könnten. Diese Erkenntnis könnte auch erklären, warum Zuchtlachs, der ebenfalls reich an Omega-3-Fettsäuren ist, nicht die positive Wirkung des Seefischs entfaltet. In ihm liegt keine Furanfettsäure vor.

Öl und der Fettstoffwechsel

Erst wenige Tage ist es her, als im Fernsehen der Film „Lorenzos Öl“ gezeigt wurde. Bereits seit Jahren bewegt diese Therapiemöglichkeit und die Herangehensweise der Eltern die Gemüter. Was aber ist wirklich dran an den beiden Fettsäuren, von denen im Film die Rede war – C 18 und C 22? Können sie tatsächlich den Fettstoffwechsel günstig beeinflussen, und welche Lebensmittel könnten dabei hilfreich sein?
Die kurze Recherche ergab, dass sich gerade jetzt – vermutlich angeregt durch den Film – auch zahlreiche Medien diesem Thema gewidmet haben. In der Augsburger Allgemeine vom 25.06.12 beispielsweise empfiehlt Dagmar von Cramm, Ernährungsexpertin und Co-Autorin des Stiftung-Warentest-Buches „Gut essen bei erhöhtem Cholesterin“: „Tauschen Sie gesättigte Fettsäuren gegen ungesättigte aus, kommen Sie also weg von tierischen Fetten wie Butter hin zu pflanzlichen Fetten mit viel Omega-3-Säuren, wie sie etwa in Fisch, einer guten Diätmargarine oder Rapsöl stecken.“

C18 – Ölsäure

Das „C“ im Namen der beiden Fettsäuren steht für „Carbonsäure“. Die langkettrigen Fettsäuren werden durch die Anzahl ihrer Kohlenstoff-Atome im Molekül unterschieden. Mit C 18 ist die Ölsäure, eine einfach ungesättigte Fettsäure, gemeint. Sie soll, nach dem Film, in synthetischer Herstellung genossen die Fettwerte um bis zu 50 Prozent senken. Sie heißt auch Ölsäure, weil sie in sehr vielen natürlichen Ölen und Fetten vorkommt. Einen hohen Anteil davon besitzen das Olivenöl, das Erdnussöl und das Avocadoöl. Selbst Gänseschmalz besteht etwa zur Hälfte aus Ölsäure. Daran kann man erkennen, dass die ungesättigte Ölsäure auch den Anteil an gesättigten Ölen in den angebotenen Lebensmitteln mit ausgleichen muss und deshalb keinen wesentlichen Einfluss in dieser Mischung auf den Fettstoffwechsel mehr nehmen kann.

Erucasäure senkt den Fettspiegel

Das C 22 ist, wie im Film sehr deutlich zum Ausdruck kam, die Erucasäure. Sie soll den Fettspiegel im Körper sogar recht schnell senken, wenn man den Informationen aus dem Film und mehreren Tierversuchen glauben will. Aber auch sie ist nicht allein in der Natur zu finden. Enthalten ist sie in einigen Rapssorten sowie im Senföl. Da aber gerade gegen die Erucasäure gesundheitliche Bedenken seitens der Medizin vorliegen, darf per Gesetz der Anteil der Erucasäure in einem Lebensmittel nur höchstens 5 Prozent betragen. Lorenzos Öl enthält zudem noch eine chemische Komponente, die die Öle für den menschlichen Körper verträglicher machen soll. Damit besteht Lorenzos Öl aus einer Mischung von Glycerin-Trioleat mit Glycerin-Trierucat. Selbst die Medizin hat diese Mischung eine Reihe von Jahren als Therapie bei Stoffwechselerkrankungen verwendet. Sie soll Enzyme blockieren, damit auch andere Fettsäuren schwerer abgebaut werden.

Aber wollen wir nicht alle unsere Fettsäuren möglichst schnell wieder los werden und nehmen zusätzlich vielleicht sogar noch L-Carnitin? Das ist vermutlich für den normalen Menschen und einige ernährungsbedingte Probleme mit dem Fettstoffwechsel das bessere Mittel der Wahl. Es beschleunigt den Abbau. Einzig und allein viel trinken kann dann noch weiterhelfen. Aber eines sollten wir durch „Lorenzos Öl“ alle gelernt haben. Die vielgepriesene Diät, fettarm zu essen, hilft nicht gegen hohe Fettwerte, sondern könnte sogar das Gegenteil bewirken. Nur sollten möglichst viele gesättigte Fettsäuren durch ungesättigte ausgetauscht werden, um zumindest über Lorenzos ersten Weg einige Prozente weniger Cholesterin zu erreichen. Selbst Stoffwechselexperten bejahen diese Möglichkeit, geben hier aber nur 10 – 15 Prozent Senkung als erreichbares Limit an.