Scharfe Lebensmittel: Wie gesund ist scharf?

Von Ajvar bis zu Thai-Curry liegt scharfes Essen im Trend. Immer mehr Genießer entdecken fernöstliche Köstlichkeiten mit scharfem Aroma als willkommene Abwechslung zur typisch deutschen Küche, in der man überwiegend sparsam mit scharfen Gewürzen umgeht. Ist scharfes Essen aber tatsächlich gesund? Nicht wenige Genießer können Scharfes immerhin nicht gut vertragen.

Schärfe in Lebensmitteln

Zu den pikantesten Früchtchen mit scharfem Aroma zählen Chilis. Der in Chilis enthaltene Stoff Capsaicin reizt nicht die Geschmacksnerven der Zunge, sondern löst ein Hitzeempfinden aus. Chilis gehören zu den Paprikas und enthalten unterschiedliche Mengen an Capsaicin. Der Inhaltsstoff gilt als antibakteriell und pilzhemmend. Wenn man eine mit scharfen Chilis gewürzte Speise wie Thai-Curry zu sich nimmt, fängt man leicht an zu schwitzen. Neben Chilis enthalten auch Lebensmittel wie Ingwer und Meerrettich scharfe Inhaltsstoffe wie Gingerol und Senföle.


Die gesundheitliche Wirkung von scharfen Speisen

Scharfes Essen fördert die Verdauung, wirkt antibakteriell und regt die Speichelproduktion an. Durch den Verzehr von Capsaicin, dem scharfen Inhaltsstoff von Chilis, entsteht eine Wärmewirkung, die wiederum zur Ausschüttung von Glückshormonen führen kann. Es wird außerdem vermutet, dass scharfes Essen beim Abnehmen behilflich sein kann. Schon weil man von Scharfem geringere Mengen zu sich nimmt und langsamer isst, wird die kontrollierte Nahrungsaufnahme unterstützt. Vorsicht ist nur für Personen mit Magenproblemen angeraten: Wer unter Sodbrennen leidet, sollte scharfe Speisen meiden.

Chili: Scharf ist gesund

Feurig rot schimmern sie im Gemüseregal: Chili sind mittlerweile in jedem gut sortierten Supermarkt in mehr oder weniger umfangreicher Auswahl erhältlich. Auch bei uns finden die scharfen Paprika immer mehr Fans und beweisen, dass sie sogar viel mehr können als dem Essen ordentlich Schärfe zu geben.

Capsaicin als Scharfmacher mit positiver Wirkung

Chili, Peperoni, Pfefferoni und Peperonicio gehören zur Gattung der Paprika (Capsicum). Die feurigen Nachtschattengewächse werden traditionell in der indonesischen und mexikanischen Küche verwendet. Der Inhaltsstoff, der Chili so feurig macht, heißt Capsaicin und ist ein sogenanntes Alkaloid, das den typischen Schärfereiz von Chili hervorruft.

Das in Chilis und anderen scharfen Paprika enthaltene Capsaicin konnte die Forscher einer chinesischen Universität bereits im Jahr 2010 im Rahmen einer Studie mit Ratten mit seiner blutdrucksenkenden Wirkung überzeugen. Capsaicin wirkte entspannend auf die Gefäße, was zur Folge hatte, dass der Blutdruck gesenkt werden konnte. Die Tiere im Test, die mit Capsaicin gefüttert wurden, zeigten eine erhöhte Ausschüttung von Stickstoffmonoxid und damit eine verbesserte Blutzirkulation mit blutdrucksendender Wirkung. Capsaicin findet übrigens auch in Cremes und Salben für Muskelverspannungen und Muskelschmerzen Verwendung.

Scharfes Essen ist eine Sache der Gewohnheit: Wer öfter feurig isst, entwickelt eine gewisse Toleranz gegenüber der durch Capsaicin ausgelösten Schärfeempfindung.