Öl und der Fettstoffwechsel

Erst wenige Tage ist es her, als im Fernsehen der Film „Lorenzos Öl“ gezeigt wurde. Bereits seit Jahren bewegt diese Therapiemöglichkeit und die Herangehensweise der Eltern die Gemüter. Was aber ist wirklich dran an den beiden Fettsäuren, von denen im Film die Rede war – C 18 und C 22? Können sie tatsächlich den Fettstoffwechsel günstig beeinflussen, und welche Lebensmittel könnten dabei hilfreich sein?
Die kurze Recherche ergab, dass sich gerade jetzt – vermutlich angeregt durch den Film – auch zahlreiche Medien diesem Thema gewidmet haben. In der Augsburger Allgemeine vom 25.06.12 beispielsweise empfiehlt Dagmar von Cramm, Ernährungsexpertin und Co-Autorin des Stiftung-Warentest-Buches „Gut essen bei erhöhtem Cholesterin“: „Tauschen Sie gesättigte Fettsäuren gegen ungesättigte aus, kommen Sie also weg von tierischen Fetten wie Butter hin zu pflanzlichen Fetten mit viel Omega-3-Säuren, wie sie etwa in Fisch, einer guten Diätmargarine oder Rapsöl stecken.“

C18 – Ölsäure

Das „C“ im Namen der beiden Fettsäuren steht für „Carbonsäure“. Die langkettrigen Fettsäuren werden durch die Anzahl ihrer Kohlenstoff-Atome im Molekül unterschieden. Mit C 18 ist die Ölsäure, eine einfach ungesättigte Fettsäure, gemeint. Sie soll, nach dem Film, in synthetischer Herstellung genossen die Fettwerte um bis zu 50 Prozent senken. Sie heißt auch Ölsäure, weil sie in sehr vielen natürlichen Ölen und Fetten vorkommt. Einen hohen Anteil davon besitzen das Olivenöl, das Erdnussöl und das Avocadoöl. Selbst Gänseschmalz besteht etwa zur Hälfte aus Ölsäure. Daran kann man erkennen, dass die ungesättigte Ölsäure auch den Anteil an gesättigten Ölen in den angebotenen Lebensmitteln mit ausgleichen muss und deshalb keinen wesentlichen Einfluss in dieser Mischung auf den Fettstoffwechsel mehr nehmen kann.

Erucasäure senkt den Fettspiegel

Das C 22 ist, wie im Film sehr deutlich zum Ausdruck kam, die Erucasäure. Sie soll den Fettspiegel im Körper sogar recht schnell senken, wenn man den Informationen aus dem Film und mehreren Tierversuchen glauben will. Aber auch sie ist nicht allein in der Natur zu finden. Enthalten ist sie in einigen Rapssorten sowie im Senföl. Da aber gerade gegen die Erucasäure gesundheitliche Bedenken seitens der Medizin vorliegen, darf per Gesetz der Anteil der Erucasäure in einem Lebensmittel nur höchstens 5 Prozent betragen. Lorenzos Öl enthält zudem noch eine chemische Komponente, die die Öle für den menschlichen Körper verträglicher machen soll. Damit besteht Lorenzos Öl aus einer Mischung von Glycerin-Trioleat mit Glycerin-Trierucat. Selbst die Medizin hat diese Mischung eine Reihe von Jahren als Therapie bei Stoffwechselerkrankungen verwendet. Sie soll Enzyme blockieren, damit auch andere Fettsäuren schwerer abgebaut werden.

Aber wollen wir nicht alle unsere Fettsäuren möglichst schnell wieder los werden und nehmen zusätzlich vielleicht sogar noch L-Carnitin? Das ist vermutlich für den normalen Menschen und einige ernährungsbedingte Probleme mit dem Fettstoffwechsel das bessere Mittel der Wahl. Es beschleunigt den Abbau. Einzig und allein viel trinken kann dann noch weiterhelfen. Aber eines sollten wir durch „Lorenzos Öl“ alle gelernt haben. Die vielgepriesene Diät, fettarm zu essen, hilft nicht gegen hohe Fettwerte, sondern könnte sogar das Gegenteil bewirken. Nur sollten möglichst viele gesättigte Fettsäuren durch ungesättigte ausgetauscht werden, um zumindest über Lorenzos ersten Weg einige Prozente weniger Cholesterin zu erreichen. Selbst Stoffwechselexperten bejahen diese Möglichkeit, geben hier aber nur 10 – 15 Prozent Senkung als erreichbares Limit an.

Johannisbeere ist wertvoll für die Gesundheit

Im Juni beginnt die Saison der Roten Johannisbeere. Sie ist als Vitamin-C-Spender ein wahres Prachtexemplar. Johannisbeeren enthalten sogar mehr Vitamin C als Zitronen. Dazu liefern sie eine Reihe von Mineralien – Eisen, Kalium und Magnesium. Seltsamerweise sind sie als Saisonobst weniger beliebt als die Kirschen oder die Erdbeeren beispielsweise. Vielleicht, weil die Johannisbeere so säuerlich vom Geschmack her ist, dass man sie nicht ohne weiteres essen kann. Dabei punkten die hellen Johannisbeeren gegenüber den roten, weil sie etwas milder sind. Jedoch eignen sie sich hervorragend für Obstsalate oder Quarkspeisen. Sowohl im Haushalt als auch in der Industrie wird die Johannisbeere auch zu Fruchtsaft, Likör, Wein, Konfitüre oder Rote Grütze weiterverarbeitet.

Im Mittelalter kultiviert

Die Johannisbeeren verdanken ihren Namen dem Johannistag – der 25. Juni. Etwa an diesem Tag beginnt die Erntezeit für die leckeren weißen, roten und
schwarzen Früchte in den Gärten. Die Rote Johannisbeere stammt von einer wilden Art ab, die in Europa und Nordasien zu Hause ist. Im 15. Jahrhundert wurde sie erstmalig kultiviert. Die Weiße Johannisbeere ist eine Albinoart aus der Roten Johannisbeere. Geerntet werden kann die Johannisbeere zwischen Ende Juni und Ende August.

Frische Früchtchen roh verzehrt

100 Gramm der roten Früchte enthalten 170 Milligramm oder sogar etwas mehr Vitamin C. Das ist die zweifache tägliche Mindestmenge, die wir zu uns nehmen sollten. Dabei wirkt das Vitamin C zusammen mit den gesunden Phenolsäuren und Flavanoiden der Früchte beispielsweise gegen arterielle Ablagerungen. Ballaststoffe enthalten die kleinen roten Beeren ebenfalls in großer Zahl. Diese fördern die Verdauung und beugen einem hohen Cholesterinspiegel vor. Um all diese Inhaltsstoffe auch in vollem Maße genießen zu können, sollte die Johannisbeere möglichst roh verzehrt werden. Falls die Beeren für einige Tage aufbewahrt werden sollen, können sie, noch an der Rispe hängend, im Kühlschrank gelagert werden. Schnell sind die Früchtchen dann vor dem Essen mit einer Gabel „abgebeert“ und können zubereitet werden. Gibt es doch noch überzählige frische Beeren ohne Rispe, lässt sich daraus eine leichte Bowle oder ein Obstsmoothie zubereiten, vielleicht gemeinsam mit anderem Obst, um sie nch ein wenig aufzubewahren oder auf andere Weise frisch zu verzehren.