Ernährung hilft in vielen Bereichen

War es nicht Hippokrates (460 – 377 v.u.Z.), der gesagt hat: „Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel, und eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein.“? Wenn wir uns danach verhalten würden, bräuchten wir keine Medizin mehr. Wir würden also das essen, das speziell unserem Körper gut tut und ihm damit das geben, was er braucht. Dann gäbe es keine Krankheiten mehr bzw. man würde relativ schnell wieder genesen. Aber dieses personalisierte Essen muss erst noch erfunden werden. Das ist vielleicht eine Geschäftsidee, die sich aus der Ernährungsberatung auf der Grundlage des Stoffwechsels, die es heute schon gibt, entwickeln könnte. Denn ich könnte mir gut vorstellen, dass ein automatisiertes Laborgerät alle gängigen und sinnvollen Messungen, Nährstoffe inklusive, vornehmen könnte. Oder eine Art Spektrometer „durchleuchtet“ den ganzen Menschen, stellt fest, welche chemischen Elemente und Verbindungen vorhanden sind und vergleicht sie mit einem Optimum. Daraufhin werden dann Ernährungsempfehlungen ausgedruckt. Das alles wäre bereits heute schon technisch realisierbar, vielleicht sogar für den Hausgebrauch. Aber bis es so weit ist, dass wir ganz individuell damit umgehen können, müssen wir uns an allgemeine Empfehlungen, unser Wissen und die Informationen aus unserem Körper halten.

Kraft und Wohlbefinden

Die Ernährung hilft also, Krankheiten zu vermeiden und sie kann heilen. Weiterhin versorgt sie uns natürlich mit der notwendigen Energie, mit Nährstoffen und zusätzlichen Elementen. Sie erfüllt ein grundlegendes biologisches Bedürfnis aller Lebewesen und ist deshalb essentiell für unsere Existenz. Sie bildet eine wichtige Säule für den Zustand unseres Körpers und damit, wie wir uns fühlen und über wieviel Kraft wir verfügen. Ja, richtig. Auch die Gefühle sind zum großen Teil ein Ergebnis unserer Ernährung und sie lassen sich wesentlich darüber beeinflussen. Im Prinzip ist eben nicht der schimpfende Nachbar, die 5 in Mathematik, die Kritik vom Trainer oder die nicht bestandene Probezeit daran schuld, wenn wir uns mies fühlen, sondern in erster Linie unsere Ernährung.
Sie sorgt für eine glatte, weiche und porentief reine Haut, für glänzende, weiße und strahlende Augen, für schöne Haare und kräftige Zähne. Sie sorgt dafür, dass wir in die Kleidergröße 38 passen und nicht die 42 brauchen. Mit der Ernährung können wir uns einen tiefen, gesunden Schlaf gönnen und bereits nach wenigen Stunden wieder fit sein, wenn es denn sein muss. Und die Ernährung sorgt dafür, dass wir in der Schule, im Studium oder beim Job immer frisch im Kopf sind, nichts vergessen und konzentriert nachdenken können. Mit der richtigen Ernährung können wir gut lernen und uns auch später noch an Details erinnern. Mit ihr gibt es keine Hoch's und Tief's im Blutzucker. Die richtige Ernährung erlaubt es uns, besser zu hören und schärfer zu sehen.

Ursachen der Fehlernährung

Das sind die Möglichkeiten, die gerade durch eine gesunde Ernährung erreicht werden können. Warum ist es noch nicht so, dass wir uns optimal versorgen mit dem, was der Körper braucht? Als wir den Schritt vom Tier zum Menschen taten, verloren wir zum großen Teil unsere gesunden Instinkte, die uns sagten, was gut für uns ist. Dagegen vertrauten wir mehr und mehr auf unser Wissen. Dieses wandelte sich im Laufe der Zeit zu einem Spezialwissen. Und selbst heute kennt nur selten ein Mensch alle Stoffe, Pflanzen und Nahrungsmittel, die wichtig für den Körper sind, und dazu alle körperlichen Merkmale, die einen Mangel signalisieren. Diese Diskrepanz können wir uns durch Wissen wieder zurückholen oder dafür Maschinen entwickeln, die die Analyse übernehmen. Bis dahin müssen wir noch ein Stück Weges gehen.

Über den Autor

Marcus Walther

Marcus ist Sportwissenschaftler, hat an der Uni München studiert und schreibt für Fachzeitschriften. Lebensmittel-Warenkunde unterstützt er in allen Fragen zu Ernährungscoaching, Sport und Fitness-Fragen.