Gärtnern im Gewächshaus – 5 Tipps für den gelungenen Gemüseanbau

Ob frischer Sommersalat, fruchtig-süße Paprika oder sonnengereifte Tomaten: Knackfrisches Gemüse aus dem eigenen Garten ist ein echter Leckerbissen. Wer seine Lieblingssorten selbst anbauen möchte, kann dieses Vorhaben bis spät in den Herbst hinein in einem Gewächshaus umsetzen. Hier herrschen die optimalen Wachstumsbedingungen, sodass man sich ganzjährig über eine üppige Ernte freuen kann. Diese 5 Tipps zeigen, wie der Gemüseanbau im Gewächshaus klappt.

1.     Idealer Standort für das Gewächshaus

Wer Gemüse im eigenen Stück Grün anbauen möchte, kann entweder selbst ein Gewächshaus bauen oder eines kaufen. Besonders wichtig ist hier der passende Standort. Schließlich spielen etwa die Lichtverhältnisse eine entscheidende Rolle, damit die ausgewählten Gemüsesorten heranreifen können. Diese drei Standortfaktoren sind eine wesentliche Voraussetzung für ungehindertes Pflanzenwachstum:

Der richtige Standort für ein Gewächshaus ist wichtig (©ws-onlineshop.de).

Damit also Gurken, Paprika, Tomaten und Co. erfolgreich geerntet werden können, ist ein sonniger und windgeschützter Platz für das Gewächshaus notwendig. Bäume sollten aus zweierlei Gründen nicht in unmittelbarer Nähe sein: Zum einen spenden sie zu viel Schatten und zum anderen können Äste bei stürmischem Wetter herabfallen und Schäden am Gewächshaus anrichten.

2.     Auswahl der Gemüsepflanzen nach Saison

Es gibt zahlreiche Gemüsesorten, die für den Anbau im Gewächshaus geeignet sind. Dennoch sollten die Vitaminlieferanten nicht wahl- und ziellos angepflanzt werden. Welches Gemüse man auswählt, ist natürlich immer von den persönlichen Vorlieben abhängig – schließlich wird man sich für keine Sorten entscheiden, die man in Wahrheit gar nicht ausstehen kann.

Außerdem ist es wichtig, das Gemüse zum richtigen Zeitpunkt anzupflanzen. Ein umfangreicher Saisonkalender kann dabei helfen, die ausgewählten Vitaminlieferanten rechtzeitig anzubauen. So könnte der Anbau im Gewächshaus im Jahresverlauf aussehen:

  • Zu Jahresbeginn wachsen etwa Feldsalat und Rucola problemlos – auch im unbeheizten Gewächshaus.
  • Sobald die Natur im März/ April langsam wieder zum Leben erwacht, lohnt sich z. B. der Anbau von Chicorée, Kopfsalat oder Radieschen.
  • Im Hochsommer kommt die Gartensaison nun so richtig in Schwung – mit zum Beispiel Auberginen, Gurken, Paprika und Tomaten.
  • Wenn sich ab Herbst die Hochsaison im Garten dem Ende zuneigt, sind immerhin noch einige Kohlsorten aktuell. Die meisten davon bleiben auch von den späteren Wintertemperaturen unbeeindruckt und wachsen fröhlich weiter.

3.     Nährstoffreiche Erde

Bevor es mit dem Aussäen bzw. Einpflanzen losgehen kann, muss der Bodenbeschaffenheit besonderes Augenmerk geschenkt werden. Als Faustregel gilt hier: Die Erde sollte fruchtbar sein, d. h. wichtige Nährstoffe enthalten, die die Gemüsepflanzen zum Wachsen brauchen. Eine (fein)krümelige, nährstoffreiche Erde ist hier genau die richtige Wahl. Sie sollte unter keinen Umständen zu lehmig sein – ansonsten sind unwillkommene Staunässe und Wurzelfäulnis vorprogrammiert.

Hinzu kommt: Der Boden sollte regelmäßig mit Nährstoffen versorgt werden – schließlich wird er durch den Gemüseanbau intensiv beansprucht und ist schnell ausgelaugt. Der wohl immer noch beste und natürlichste Dünger ist reifer Kompost, der – mit etwas Humus versetzt – den Boden ganz besonders fruchtbar und somit vielversprechend für das Pflanzenwachstum macht.

4.     Richtiges Anpflanzen

Damit das ausgewählte Gemüse ungehindert wachsen kann, muss es richtig angebaut werden. Dazu dürfen die einzelnen Pflanzen nicht zu eng nebeneinander in das Beet eingepflanzt werden. Nur wenn die Abstände groß genug sind, können sich die jeweiligen Gemüsesorten optimal entwickeln. Weil den Wurzeln ein ausreichendes Platzangebot zur Verfügung steht, können die Nährstoffe aus der Erde besser aufgenommen werden. Das Ergebnis: eine verlässliche Ernte!

Zudem gilt beim Anbau zu beachten, dass sich eine Gemüsepflanze nicht neben jeder anderen wohlfühlt. Um Krankheiten, Nahrungskonkurrenz und Schädlingsbefall zu vermeiden, sollte Gemüse aus unterschiedlichen Pflanzenfamilien (Mischkulturen) direkt nebeneinander angebaut werden. Diese Gemüsesorten sind z. B. gute Nachbarn:

  • Möhren und Zwiebeln: Weil Möhren tief und Zwiebeln flach wurzeln, kommen sich die beiden Gemüsepflanzen nicht in die Quere – sie konkurrieren also nicht um die Nährstoffe im Boden.
  • Stangenbohnen und Zucchini: Während Stangenbohnen in die Höhe wachsen, breiten sich Zucchini in Bodennähe aus. So können die zwei Gemüsesorten getrost nebeneinander angepflanzt werden, denn sie lassen einander genügend Platz zum Wachsen.
  • Kohl und Tomaten: Diese Gemüsesorten schränken sich weder in ihrem Wurzelwachstum noch in ihren Lichtbedürfnissen ein. Tomaten lieben Sonne und wachsen an einem Stab oder Rankgerüst nach oben. Kohl hingegen wächst auch wunderbar im Halbschatten unter großen, schattenspendenden Tomatenpflanzen.

5.     Ausreichende Bewässerung und Belüftung

Sobald die ausgewählten Setzlinge erst einmal eingepflanzt bzw. die Samen der gewünschten Gemüsesorten ausgestreut sind, ist die richtige Pflanzenpflege entscheidend. Neben optimalen Lichtverhältnissen braucht das Gemüse viel Wasser – ganz besonders im Gewächshaus, wo ein sehr warmes Klima herrscht. Am meisten lohnt sich die morgendliche Bewässerung – zu diesem Zeitpunkt ist die Erde noch am kühlsten und kann das Wasser am besten aufnehmen.

Auch regelmäßiges Lüften ist für den Anbau im Gewächshaus wichtig. Ansonsten entsteht früher oder später ein gefürchteter Hitzestau, der die Pflanzen schädigt. Um also für ein ausgeglichenes Klima zu sorgen, muss – besonders an heißen Tagen – gelüftet werden. So kann die warme Luft aus dem Gewächshaus entweichen.

Fazit

Frisches Gemüse aus dem eigenen Garten schmeckt immer noch am besten. Im Gewächshaus können die vitaminreichen Pflanzen das ganze Jahr über kultiviert werden – und das völlig ohne Chemie und lange Transportwege! Mit diesen 5 praktischen Tipps lässt sich das Lieblingsgemüse im Gewächshaus erfolgreich anbauen.