Gesundheit

Die ungiftige Küche: ist das heutzutage überhaupt möglich?

Die Begriffspalette ist „von Schadstoffen über Bakterien bis hin zu Giften im Privathaushalt“ heutzutage allgegenwärtig. Angesprochen sind damit Hygiene und Sauberkeit in der Küche. Dort werden Speisen und Getränke gelagert sowie zubereitet. Dazu gehören auch Rohmaterialien, die anschließend verarbeitet werden. Ratschläge, Tipps, Empfehlungen sowie Warnungen gibt es von allen Seiten mit dem immer gleichlautenden Tenor „Wer nicht aufpasst, der kann sich in seiner eigenen Küche vergiften“. Der Verbraucher stellt sich naturgemäß die Frage, ob da was dran ist, und ob die Situation tatsächlich so prekär ist, wie sie in Printmedien, Funk, Fernsehen und Internet dargestellt wird.

Schadstoffe können, sie müssen jedoch nicht schädigen

Unter Schadstoffen werden ganz allgemein die in unserer Umwelt vorhandenen Stoffe und Stoffgemische bezeichnet, die für den menschlichen Organismus schädlich sein können. Die Betonung liegt auf können, nicht auf müssen. Bis es zu einer spürbaren oder gar nachhaltigen Schädigung kommt, muss buchstäblich viel passieren. Beispielsweise können sich Mikroorganismen, die von Natur aus in Nahrungsmitteln enthalten sind, durch eine falsche oder unsachgemäße Lagerung vermehren. In einer derart erhöhten Konzentration werden sie zu Schadstoffen, sodass diese Lebensmittel beim Verzehr unbekömmlich bis hin zu wirklich schädlich sein können. Eine solche Entwicklung ist bei Lebensmitteln unabhängig von der Lagerung auch dann möglich, wenn sie UV-Licht zu lange ausgesetzt sind. Doch keineswegs jeder Schadstoff ist in jeder Konzentration schädlich.

Die Küche – ein Raum mit zwei Schadstoffquellen

Dass in der Küche sorgsam und achtsam gearbeitet werden muss, ist bekannt und wird in der ersten Stunde im Hauswirtschaftsunterricht gelehrt. Die Küche als solche bietet zwei Schadstoffquellen, und zwar

  • durch sich selbst mit ihrem Material sowie mit ihrer Art und Ausstattung
  • durch das Arbeiten in diesem Nutz- und Arbeitsraum

Die Küche ist mit ihrer Ausstattung und Einrichtung, mit ihrem Raumklima an Temperatur und Luftfeuchtigkeit geradezu ein Eldorado für die Bildung von Schadstoffen und von Schimmelpilz. Diese latente, in dem Sinne unvermeidbare Situation lässt sich schon im Planungsstadium entschärfen. So sollten alle Arbeitsbereiche glatt und fugenlos sein. Hinter den Stand- und den Einbauschränken muss ausreichend Platz für einen dauerhaften Luftaustausch sein, um hier eine Schimmelpilzbildung zu verhindern. Wärmebrücken sorgen für die notwendige Temperierung von Schränken und deren Inhalt mit Küchentools. Die gesamte Küche sollte mit Schränken und Arbeitsplatten ergonomisch auf die Körpergröße des Benutzers abgestellt sein. Das Mobiliar selbst muss möglichst schadstoffarm sein. Möbelfronten als PVC-Produkte enthalten Weichmacher, die ihrerseits an die Raumluft abgegeben werden. Empfehlenswert sind schadstoffarme Plattenwerkstoffe und naturbelassene, unbehandelte Rohmaterialien.

Esswaren und Rohprodukte sind in den allerwenigsten Fällen schadstofffrei; bestenfalls sind sie schadstoffarm. Das ist umso ausgeprägter der Fall, je weiter die Rohstoffe innerhalb der Produktionskette als ebenfalls schadstoffarm zurückverfolgbar sind. Umgekehrt nützt das beste schadstoffarme Rohprodukt nichts, wenn es im Endeffekt zu einem schadstoffhaltigen Endprodukt verarbeitet wird.

Als Fazit lässt sich festhalten

dass es in dieser Angelegenheit kein klares JA oder NEIN gibt, sondern nur einen möglichst gangbaren Mittelweg. Das ist sicherlich auch eine Frage des Geldes, das in vielen Fällen enge Grenzen setzt. Direkten Einfluss hat der Verbraucher tagtäglich durch einen bewussten, wachen Umgang mit den Waren und Produkten, die er kauft. Wenn sie in einer hygienisch sauberen und gepflegten Küche gelagert sowie verarbeitet werden, dann sind die noch verbleibenden Schadstoffe im wahrsten Sinne des Wortes verkraftbar.

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