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Mit Kopfschmerzen in den Frühling: Wenn der Wetterumschwung die Migräne verstärkt

Mit dem Beginn der Frühlingszeit beginnt für viele eine Jahreszeit der Freude: Die ersten Blumen blühen, die Sonne kommt wieder hinter den Wolken hervor und hat auch endlich die Kraft zu wärmen. Während die einen nun glücklich im Café sitzen und die Sonnenstrahlen in sich aufsaugen, ist bei Migräne-Betroffenen die Freude oft gedämpft. Ein starker Temperaturwechsel bedeutet für sie, dass sich innerhalb kürzester Zeit ein Pochen und Ziehen in der Schläfengegend meldet und die Migräne wieder vor der Tür steht. M-sense-Nutzerin und Migränepatientin Mona K. berichtet von ihrer Erfahrung und gibt Ratschläge, was bei wetterbedingter Migräne helfen kann.

Oft haben Migränepatienten das Gefühl, eine Art Wetterfrosch zu sein. So auch Migräne-Expertin Mona K: „Ich reagiere auf starke Temperaturschwankungen, extreme Hitze oder Kälte sowie auf eine hohe Luftfeuchtigkeit oder starke Veränderungen beim Luftdruck mit Kopfschmerzen oder Migräne.“ Bereits als Kind leidet sie an Migräne, häufig wenn es Veränderungen in den Wetterbedingungen gibt.Bestätigt wurde dieser Zusammenhang für sie durch die Migräne- und Kopfschmerz App M-sense. Durch die Eingaben der Nutzer berechnet die App den Einfluss der unterschiedlichsten Faktoren auf die Migräneattacken des Nutzers und erstellt aus diesen Analysen einen persönlich abgestimmten Therapieplan. Das Wetter (Temperatur- und Luftdruckschwankungen) hält die App automatisch für die Betroffenen fest.

M-sense Gründer und Migräneforscher Dr. rer. nat. Markus Dahlem erkärt: »Wir wissen aus klinischen Studien, die unter anderem hier an der Charité in Berlin durchgeführt wurden, dass Änderungen in Temperatur, Luftdruck oder Luftfeuchtigkeit nicht allein Migräneattacken auslösen. In der Studie protokollieren Betroffene ein Jahr lang ihre Kopfschmerzen. Bei 95 % ergab sich kein Hinweis auf Auslöser durch Änderungen in diesen Wetterdaten. Andere Studien belegen jedoch noch etwas anderes. Das Migränegehirn scheint immer wieder zeitweise vor den Attacken äußerst empfindlich zuwerden. Jeder Reiz wird in dieser Zeit verstärkt wahrgenommen. Betroffene werden dann nicht nur licht-, lärm- und geruchsempfindlich sowie auch extrem wetterfühlig. So wird leicht mal eine kleine Änderung schon als Wetterumschwung wahrgenommen, der so nicht objektiv stattfand. Kommt die Angst hinzu, dies sei ein Auslöser, kann allein eine entsprechende Erwartungshaltung zu selbsterfüllenden Prophezeiung werden. Das bedeutet: Das Wissen über kommende Wetterumschwünge oder extreme Temperaturschwankungen kann eine Migräne hervorrufen. Wir wissen aber auch, dass es eine kleine Gruppe von 5 % der Patienten gibt, die bei geringen Temperaturen, niedrigem Luftdruck und hoher Luftfeuchtigkeit häufig unter Kopfschmerzen leiden. Mona K. gehört zu dieser kleinen Gruppe: „In der Regel informiere ich mich vorher nicht über das Wetter. Also ist die Wahrscheinlichkeit eher gering, dass ich mit dem Wissen über kommende
Wetterumschwünge und der entsprechenden Erwartungshaltung eine Migräne-Attacke auslöse.“

Doch was hilft wirklich gegen wetterbedingte Migräne?

Vor allem eines: Extreme Temperaturwechsel vermeiden. Damit sind zum einen plötzliche Warm-Kalt-Wechsel, wie zum Beispiel durch Klimaanlagen im Auto, aber auch der Kältereiz von Speisen und Getränken gemeint. Abhilfe kann dann auch ein sogenanntes Temperaturwechsel-Training schaffen. Durch Bewegung im Freien, Sauna- und Kneippgänge sowie Wechselduschen kann der Körper an Temperaturschwankungen gewöhnt und der Organismus abgehärtet werden. Nebenbei werden außerdem die Gefäße im Gehirn trainiert und das Immunsystem gestärkt. Letztendlich reagiert der Körper dann weniger schnell und intensiv auf das Wetter und die Temperaturschwankungen.

Weiterhin ist es wichtig, sich um einen regelmäßigen und erholsamen Schlaf zu bemühen, um einen möglichst stabilen Biorhythmus zu gewährleisten. So ist es nachgewiesen, dass ein unregelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus die Ausschüttung von Nerven-Signal-Substanzen und Hormonen im Gehirn verändert, wodurch die Gefahr und Intensität von Migräne-Attacken steigt. Entspannung ist generell von enormer Bedeutung in der Migräne-Prävention. Denn wer entspannt ist, kann besser mit dem Wetterstress umgehen. Entspannungstechniken, wie Autogenes Training, Meditation oder die Progressive Muskelentspannung, helfen dabei Muskeln, Atmung, Stimmung und Haltung zu trainieren. Auch die Therapiebegleitung von M-sense basiert auf diesen Techniken.

Weiterhin kann eine bewusste und gesunde Ernährung nachgewiesen bei Wetterschwankungen helfen. Gerade an heißen Tagen ist es daher besonders wichtig viel Wasser und Mineralstoffe zu sich zu nehmen. Lieber verzichtet werden sollte dagegen auf fettige und blähende Speisen. Eine gute Alternative bieten hier ausgewogene, vollwertige und leichte Mahlzeiten.

Über M-sense:
Die Analysesoftware von M-sense untersucht die Auswirkungen von Umweltfaktoren und individuellem Lebensstil auf Migräne- und Kopfschmerz-Attacken. Wetterdaten werden automatisiert erfasst und Betroffene haben die Möglichkeit, weitere relevante Faktoren, wie z.B. Schlafmuster, Aktivitätslevel und Stressphasen, in der Software zu dokumentieren und deren Einfluss auf Migräne und Kopfschmerz zu verstehen. Ziel der Anwendung ist es, über die Analyse des individuellen Schmerzmusters eine personalisierte Therapie zur Attackenreduktion anzubieten. M-sense bietet dazu klinisch validierte Therapiemethoden in der App an und ermöglicht Betroffenen proaktiv gegen Kopfschmerz vorzugehen. Die App ist in Deutschland für Android seit September 2016 und ab Juni 2017 auch für iOS erhältlich. In Österreich und der Schweiz gibt es die Android-Version seit Juni 2017, im Sommer wird die iOS Variante folgen. M-sense gewann 2016 den Eugen Münch-Preis für Netzwerkmedizin. Im Februar 2017 konnte M-sense mit der Barmer GEK und der Deutschen Telekom AG zwei starke Partner gewinnen. Im Rahmen dieser Kooperation wird M-sense künftig als Bestandteil des betrieblichen Gesundheitsmanagements genutzt und um neue Funktionen wie die therapeutische und präventive Begleitung ergänzt werden.

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